Ein Klapp- oder Faltrad ist schon eine praktische Erfindung. Man kann es überallhin mitnehmen und am Zielort mit wenigen Handgriffen fahrbereit machen. Und auch das Fahrradverbot in der U-Bahn, das die Mitnahme von Fahrrädern vor 8 Uhr morgens untersagt, gilt nicht für das unterm Arm transportierte Klapprad (solange man nicht den Bereich eines anderen Fahrgastes mit dem Rad einschränkt). Hier ein paar Infos zu diesem cleveren Beförderungsmittel:
Die verschiedenen Arten
Ein Klapprad kann auf verschiedenen Falt- und Klappmechanismen basieren, die bei den meisten aktuellen Modellen kombiniert werden. Als da wären:
- Scharnier mit meist senkrechter Achse etwa in der Mitte des Rahmens
- Zerlegen des Rahmens etwa in der Mitte
- parallelogramm- oder schirmartiges Zusammenfalten des Rahmens
- Umfalten des Vorder- oder Hinterbaus unter den Rahmen
- Zusammenschieben von Teilen wie Sattelstütze/Sattelrohr
- Umklappen von Teilen wie Sattelstütze und Lenker
Die Herkunft der Klappräder
Seinen Ursprung hat das Klapprad in England, wo William Grout seinen Prototypen 1878 patentieren ließ. Es handelte sich damals noch um ein Hochrad, das man in vier Teile zerlegen und anschließend in einem Koffer verstauen konnte.
18 Jahre später wurde das „Faun“ patentiert. Dabei handelte es sich um ein Rad nach heutiger Bauart, dessen Rahmen in der Mitte um eine senkrechte Achse gefaltet werden konnte. Noch heute ist diese Faltmechanik die gängigste. In der Schweiz und in Holland gab es einige Jahre später auch Faltrad-Modelle für den militärischen Einsatz.
In den frühen 60ern kam dann das „Moulton Stowaway“ auf den Markt, das nicht nur revolutionär und richtungsweisend für die Entwicklung der Klappräder war – sondern für Fahrräder generell. Zum ersten Mal verfügte ein Fahrrad über eine Vollfederung mit Gummielementen. Das machte das Fahren angenehmer und schneller.
Bis in die späten 70er wurde das Klapprad weiterentwickelt und bis heute gibt es immer wieder neue, innovative Modelle. Gefragt sind aber auch immer noch die Klassiker wie das „Moulton“ oder das „Brompton“, das mit einem fantastischen Absatz dafür sorgte, dass die Herstellerfirma „Brompton Bicycle Ltd.“ bis heute die größte im Vereinigten Königreich produzierende Fahrradmanufaktur ist. Mit der „Brompton World Championship“ (BWC) hat dieses Klapprad sogar seine eigene Weltmeisterschaft, bei der natürlich nur echte Brompton-Fahrräder zugelassen sind und das Jackett mit passender Krawatte zur offiziellen Wettkampfkleidung gehört. Ebenfalls in Großbritannien findet der „Origami Ride“ statt, bei dem alle Klapprad-Typen zugelassen sind. In Deutschland gibt es in mehreren Städten Klapprad-Touren und ein jährliches Treffen auf der Spezialradmesse. Dabei gibt es Teilnehmer aus allen Gesellschaftsschichten und Altersklassen.
Leave a Reply


