Es gibt doch nichts Schöneres als ein prasselndes Kaminfeuer, lodernde Flammen hinter einer Glasscheibe und die wohlige Wärme, die sich im ganzen Raum ausbreitet. Himmel und Hölle musste ich in Bewegung setzen, um endlich in diesen Genuss zu kommen.
Los ging die Odyssee mit der Suche nach einer geeigneten Wohnung. Schließlich kann man einen Kaminofen nicht einfach aufstellen und befeuern, ein Kaminanschluss ist nötig. Der ist heutzutage in den meisten Häusern bereits besetzt, von der Zentralheizung, die im Keller steht und die Heizkörper im Haus versorgt. Also blieb mir die Wahl zwischen einem zweiten Kamin oder einer Wohnung ohne Zentralheizung. Einige Kompromisse waren nötig, und schließlich war nach ein paar Monaten frustrierender Suche die Wohnung gefunden.
Als nächstes vereinbarte ich einen Termin mit dem zuständigen Kaminkehrermeister. Ich brauchte eine feuerfeste Platte für die Decke und eine für den Boden, außerdem musste ich mir notieren, dass ich nur bestimmte Ofen-Modelle aufstellen durfte. Mit diesen Informationen suchte ich dann ein zugelassenes Modell aus. Ich wusste nicht, welche Heizleistung ich wählen sollte und entschied mich für die Mittelklasse. Was die Größe anging, richtete ich mich nach den Vorgaben des Kaminkehrermeisters und dem Platz, der mir in der Wohnung zur Verfügung stand. Und jetzt, da mein kleiner Ofen den Segen des Kaminkehrermeisters bekommen hat, genieße ich eine ganz neue Art von Wärme. Ich lausche dem Prasseln und Knacken des Feuers, betrachte den rötlichen Widerschein der Flammen und gönne mir hin und wieder durchaus auch mal 25 Grad im Raum. Ich interessiere mich plötzlich für die Heizmethoden anderer- den großen Kachelofen mkit der doppelten Heizleistung, den kleinen Werkstattofen und das Speckstein-Ungetüm mit eingemauerter Deko.
Ich bemitleide das befreundete Ehepaar, das immer auf Kriegsfuß mit den Heizkörpern der Öl-Zentralheizung steht und ich fröstele bei meinem Nachbarn, der alle Thermostate der Gas-Etagenheizung auf 20 Grad eingestellt hat.
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